Aus meinem Reisetagebuch

Salt Lake City – Salzsee, Bisons & Wasserfälle

Bea am Ortsschild von Salt Lake City in Utah

Von Reno ging es über die Berge nach Osten – und dann lag es plötzlich vor mir: Utah. Ein Land aus Salz, Fels und Wasser, das mich in nur wenigen Tagen völlig verzaubert hat.

Ich gebe zu: Von Utah hatte ich kaum eine Vorstellung. Wüste, dachte ich. Ein bisschen trocken vielleicht. Und dann stand ich am Ortsschild von Salt Lake City, im Rücken der Camper, vor mir die schneebedeckten Gipfel der Wasatch-Kette – und wusste sofort, dass ich mich geirrt hatte.

Der große Salzsee

Der Great Salt Lake ist so groß, dass man das andere Ufer nicht sieht. Bei Sonnenuntergang liegt er da wie ein riesiger Spiegel, und Himmel und Wasser gehen ineinander über. Ich habe lange einfach nur dagestanden und geschaut.

Das Wasser ist so salzig, dass man von ganz allein oben treibt. Ich habe es ausprobiert – und musste lachen, weil es einfach nicht funktioniert, unterzugehen. Auf der Haut bleibt hinterher eine feine weiße Schicht zurück. Ein bisschen wie Puderzucker.

Bisons auf Antelope Island

Mitten im See liegt eine Insel, und auf dieser Insel leben Bisons. Frei. Einfach so. Ich bin mit dem Camper über den langen Damm gefahren, habe angehalten – und da stand einer. Vielleicht zwanzig Meter entfernt, riesig und völlig gelassen.

Ich habe die Kamera gehoben, ganz langsam, und das Foto gemacht. Er hat mich angesehen, als wollte er sagen: „Na gut, ein Bild noch." Dann hat er weitergefressen. Solche Momente kann man nicht planen. Man kann nur da sein, wenn sie passieren.

Wasserfälle im Big Cottonwood Canyon

Was mich am meisten überrascht hat: Wie grün Utah sein kann. Nur eine halbe Stunde östlich der Stadt beginnen die Canyons, und im Big Cottonwood Canyon stürzen Wasserfälle zwischen Felsen und Nadelbäumen in die Tiefe.

Es war kühl dort, das Wasser rauschte so laut, dass man die Straße nicht mehr hörte. Ich bin über die feuchten Steine geklettert, habe die Hand ins eiskalte Wasser gehalten und mich gefragt, wie eine Landschaft so viele Gesichter haben kann: Salzwüste, Bergsee, Regenwald – alles an einem Tag.

Über den Dächern der Stadt

Zum Abschluss bin ich mit der Gondel hinaufgefahren. Unter mir wurde Salt Lake City immer kleiner, bis die ganze Stadt vor der Bergkulisse lag. Von oben sieht man erst, wie sie eingebettet ist zwischen See und Gipfeln.

Ich saß da oben, ließ die Beine baumeln und dachte: Manchmal sind die Orte, von denen man vorher nichts erwartet hat, genau die, die einen am meisten berühren.

Weiter Richtung Osten

Am nächsten Morgen kam das Schild „Leaving Salt Lake City". Ich habe noch einmal in den Rückspiegel geschaut – auf den Salzsee, die Berge, die Stadt. Und dann ging es weiter nach Osten, den Rocky Mountains entgegen.

Utah, du warst eine Überraschung. Die schönste Art von Überraschung. ♥

— Bea ♥

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