Genau eine Meile über dem Meer liegt Denver – und ich habe jeden einzelnen Meter davon gespürt. Colorado war die Etappe, bei der ich am wenigsten schlafen wollte, weil draußen ständig etwas Schönes passierte.
Als das Schild „Welcome to Denver" auftauchte, habe ich gewinkt wie ein Kind. Hinter der Stadt standen die Rocky Mountains, so nah und so hoch, dass ich erst mal aussteigen und schauen musste. Die Luft ist hier dünner – nach ein paar Schritten bergauf merkt man das ziemlich deutlich.
Red Rocks – eine Bühne aus Fels
Mein erster Weg führte hinaus zu den Red Rocks. Zwischen zwei riesigen roten Felswänden liegt dort ein Amphitheater, in dem seit Jahrzehnten Konzerte stattfinden. Ich saß ganz oben auf den Stufen, ganz allein, und habe in die Weite geschaut.
Man muss dort nichts machen. Nur sitzen und staunen, wie ein Ort gleichzeitig Natur und Bühne sein kann.
Mit der Dampfbahn durch die Berge
Am nächsten Tag bin ich in die Georgetown Loop Railroad gestiegen – eine alte Schmalspurbahn, die sich durch die Schluchten schraubt. Die Lok pustet echten Dampf, die Waggons quietschen in den Kurven, und unter der Brücke rauscht ein Fluss.
Ich habe aus dem Fenster gewinkt, den Wind im Gesicht, und mich gefühlt wie in einer anderen Zeit. Manchmal sind die langsamen Fortbewegungsmittel die schönsten.
Grün mitten in der Stadt
Zurück in Denver bin ich durch die Botanic Gardens gelaufen. Zwischen Lavendel und Sonnenblumen tanzten Schmetterlinge, dahinter ragten die Hochhäuser auf. Diese Mischung aus Stadt und Garten mag ich sehr.
Abends dann etwas ganz anderes: ein Spiel in der Ball Arena. Die Halle bebte, alle sangen mit, wildfremde Menschen haben sich abgeklatscht. Ich verstehe bis heute nicht jede Regel im Eishockey – aber die Stimmung, die verstehe ich sofort. ⚽🏒
Begegnungen in der Wildnis
Am schönsten war für mich der Ausflug an einen Bergsee. Ich stand am Ufer, drehte mich um – und da war ein Elch. Riesig, mit einem Geweih wie ein Baum, und vollkommen entspannt. Wir haben uns eine Weile angeschaut, dann trottete er davon.
Später kletterte eine Bergziege über die Felsen neben mir, als wäre Schwerkraft nur ein Vorschlag. Colorado ist voll von solchen Momenten.
Nachts unter den Sternen
Was ich aber nie vergessen werde, ist der Himmel. Ich saß abends draußen beim Camper, das Lagerfeuer knisterte, eine heiße Schokolade in der Hand – und über mir spannte sich die Milchstraße von einem Horizont zum anderen.
So viele Sterne hatte ich noch nie gesehen. Ich habe lange einfach nur nach oben geschaut und gar nichts gesagt. Es gibt Momente, für die es keine Worte braucht. ✨
Weiter an den Mississippi
Jetzt geht es weiter nach Osten, hinunter aus den Bergen in die weiten Ebenen. Als Nächstes wartet St. Louis mit dem großen Gateway Arch auf mich – dem Tor zum Westen.
Denver, du warst hoch, wild und wunderschön. Danke für die Sterne. ♥
— Bea ♥